Breath of the Wild



Eine Frage der Zeit
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Autorin: CAMIR Dauer: ~32 Minuten
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Dateigröße: 28,4 MB Format: Zip

Die Sprecher:


Anju sprach passenderweise Anju

Evilitschi verlieh dem Mann vom Infocenter seine Stimme

Kathy trat auf als Cremia auf

Maeuschen sprach Anjus Mutter

Reaven agierte als Kafei

Snaker mimte den Erzähler

Tetra verkörperte Anjus Großmutter/Romani/Koume

Vas-y stellte den Postboten dar

Vorwort der Autorin


Hört mir gut zu, ihr Link Fans und Zelda Shipper, obwohl es eine romantische Geschichte ist, kommen weder der eine noch die andere vor. Hasst mich, bewerft mich mit faulen Tomaten – oder akzeptiert es, vielleicht ist die Geschichte doch nicht so schlecht.

Noch etwas: Dies soll eine Weihnachtsgeschichte sein – im weitesten Sinne. Ich kann mich nicht damit anfreunden ein christliches Fest in eine Fantasywelt zu verlegen. Immerhin basiert das ganze Fest auf Christi Geburt, der jedoch weder in Termina noch in Hyrule geboren wurde, womit auch die eigentliche Ursache des Festes wegfällt – Kitschweihnachtsmännern und Tannenzweiglein zum Trotz. Hier feiern sie stattdessen das Winterwendfest, wobei es mir gleich wohler ist. Die Bräuche sind weitestgehend dieselben (Geschenke, Tannenbäume, etc.) nur der Grund ist ein anderer – und in diesem Jahr haben sie zudem mehr zu feiern als sonst.

Drittens und letztens: Diese Geschichte spielt in Termina, nicht in Hyrule. Trotzdem erlaube ich mir, die gesamte Welt ein wenig zu vergrößern. Lasst es mich so ausdrücken: Ich bin sicher bei der Programmierung hat Nintendo ein ganz klein wenig abstrahiert, da ein N64 Modul nicht so unglaublich groß ist. Das bedeutet, real gesehen braucht man wohl etwas länger von Unruh Stadt zum Ikana Canyon oder Dämmerwald, als die 5 Minuten im Spiel. Eine Tagesreise ist sicher recht realistisch. Wundert euch daher nicht über solche Kleinigkeiten. Dies ist meine erste Zeldafanfiction, ich habe mich sehr bemüht, im Character zu bleiben, bitte verzeiht, wenn es mal nicht so gelang...

Gewidmet ist sie: Allen Zeldafans, die dieses Spiel genauso und vielleicht noch mehr lieben als ich und mindestens genauso lange, wie ich schon auf Twilight Princess warten. Mein einziger Trost hierbei ist, dass, wenn ihr diese Zeilen endlich lest, es nur noch wenige Tage sind und die gehen sehr schnell vorbei. Jetzt aber genug geschwafelt.

Eine Frage der Zeit


Es schneite. Und das schon seit über einer Woche. Eine weiße zuckrige Schicht hatte sich über die Häuser und Bäume der Stadt gelegt. Nur auf den Straßen, die viel befahren und viel begangen wurden, da hatte sich die weiße Schicht schon wieder in braunen Matsch verwandelt. So war es immer gewesen und so würde es immer sein.

Verträumt und ein wenig nachdenklich starrte Anju aus dem Küchenfenster ihres Gasthofes „Zum Eintopf“. Eigentlich war sie damit beschäftigt, die traditionellen Winterwendplätzchen zu backen, ertappte sich aber in regelmäßigen Abständen dabei, wie ihre Gedanken abschweiften, schließlich buken sich die kleinen Teigwaren auch von alleine. Ihre Mundwinkel verzogen sich zu einem Lächeln als sie den süßlichen Duft wahrnahm, der vom Backofen aus den ganzen Gasthof erfüllte. Gedämpft konnte sie die Stimme ihrer Mutter vernehmen, die an der Rezeption sitzend neu ankommende und abreisende Gäste in Empfang nahm. Gerade in der Zeit um das Winterwendfest herrschte sehr viel Betrieb im „Eintopf“, dem größten Gasthof von Unruh Stadt, da viele Leute anreisten, um mit ihren Verwandten in der Stadt das Fest zu begehen. Ja, es war immer eine sehr geschäftige Jahreszeit und gerade in diesem Jahr hatte der Bürgermeister der Stadt ein besonders opulentes Fest versprochen – schließlich war es noch nicht allzu lange her, dass die Katastrophe, die über Termina geschwebt hatte von einem kleinen Elfenjungen abgewendet wurde. Wenn das kein Grund für ein großes Fest war, dann würde es so schnell auch keinen mehr geben, da war Anju sich sicher.

Das Ablaufen der Sanduhr neben dem Herd signalisierte ihr, dass die Plätzchen inzwischen gut sein mussten und sie streifte sich zwei Kochhandschuhe über, um das Gebäck aus dem heißen Ofen zu holen. Behutsam stellte sie das Tablett neben den Ofen zum Abkühlen und schob das nächste in den Ofen. Wären ihre Plätzchen nicht so beliebt gewesen, so hätte sie sicher nicht so viele gebacken, aber manche Gäste versicherten ihr, nur jedes Jahr wiederzukehren, um an dem Gebäck Anteil zu haben und das erfüllte sie mit Stolz.

Immerhin handelte es dabei um ein altes Rezept ihrer Großmutter und noch immer bestand die alte Frau darauf, als erste kosten zu dürfen. Anju gewährte ihr dieses Privileg gerne. Immerhin war dieses Gebäck fast das einzige Gericht, das sie fehlerfrei zubereiten konnte, sosehr sie sich auch stets bemühte, ihre Kochkünste wollten sich einfach nicht verbessern.

Nachdem nun auch das zweite Tablett im Ofen war, gab es zunächst einmal wenig zu tun.

So setzte sie sich auf einen freien Schemel und holte einfach tief Luft.

Dieses Winterwendfest war noch aus einem anderen Grund ein ganz besonderes: Es war das erste seit ihrer Heirat mit Kafei, dem Sohn des Bürgermeisters. Wehmütig dachte sie daran zurück, dass diese Hochzeit beinahe nicht hätte stattfinden können, weil ihr Bräutigam, von dem kleinen Kobold Horror Kid in ein Kind zurückverwandelt worden, sich so dafür geschämt hatte, dass er sich vor lauter Angst und Scham versteckt gehalten hatte.

Hätte ihr der kleine Elfenjunge Link damals nicht geholfen, so wie er ihnen allen geholfen hätte, so hätte sie nicht gewusst, was weiter hätte geschehen sollen. Zwar war Kafei noch immer im Kindeskörper gefangen, doch weder sie noch sonst jemand anderes aus ihrem näheren Freundeskreis störte sich daran. Sie liebte ihn so wie er war.

Und sie freute sich schon auf das erste gemeinsame Winterwendfest mit ihm und ihrer beider Familien. Auch dafür hatte sie die Plätzchen gebacken und sie hatte ein kleines Amulett für ihn gefertigt, das ein Bild von ihnen beiden enthielt. Es war jetzt noch genau eine Woche bis dahin.

„Anju!“ Die Stimme ihrer Großmutter hallte durch den Korridor.

„Was gibt es, Großmutter?“ rief sie zurück.

„Willst du mir denn nicht beim Schmücken der Stube helfen?“

„Ich komme schon...“

Wenige Stunden später war es bereits dunkel geworden, auch wenn der gefallene Schnee das verbliebene Licht reflektierte. Dies war normalerweise die Zeit, zu der sich die Familie in der Stube zusammenfand und so war es auch an diesem Abend. Anju hatte ein paar der gebackenen Plätzchen auf den Tisch in der Mitte gestellt, sodass alle Familienmitglieder zugreifen konnten und lehnte sich zufrieden in ihrem Sessel zurück.

Es war ein hartes Stück Arbeit gewesen, den gesamten Gasthof für das Fest zu schmücken, aber es hatte sich gelohnt. Überall hingen Tannenzweiglein und Schleifchen. Die Vorbereitungen waren eben immer hart, aber das Ergebnis umso schöner, so war es doch jedes Jahr. Und auch die Gäste genossen es förmlich. Dieses Jahr waren sie wirklich ausgebucht, zumal viele der Schausteller des Karnevals der Zeit noch einmal zurückgekehrt waren, als eine Art Gedenken an die Ereignisse vor ein paar Monaten. Es konnte also nicht besser laufen. Bis auf eine kleine Sache...

„Ich halte es für sehr gefährlich, dass er so kurz vor Winterwend noch diese gefährliche Reise unternimmt...“ sagte Anjus Mutter und sprach damit aus, was alle dachten.

„Aber Mutter... es ist sein Beruf. Ich bin sehr froh, dass ihn der Postbote als Assistenten eingestellt hat, er kam sich doch die ganze Zeit so nutzlos vor.“

„Wir hätten bestimmt hier eine Aufgabe für ihn gefunden.“

„Er hilft ja auch, wo er kann, aber sind wir ehrlich. Wir schaffen es, den Gasthof alleine zu bewirtschaften. Meistens brauchen wir seine Hilfe nicht und er sitzt untätig herum.“

„Aber dass er ausgerechnet die Briefe in den Dämmerwald austragen muss. Dieser Ort ist immerhin eine Tagesreise von hier entfernt und jetzt, nach diesem Schneeeinbruch. Es ist nicht richtig.“

„Mutter, nur weil er den Körper eines Kindes besitzt, heißt es nicht, dass er auch eines ist. Ich bin sicher er tut das richtige und ich bin sicher, morgen früh ist er wohlbehalten zurück.“

„Das will ich sehr für dich hoffen, Kind...“

Anju kam nicht mehr dazu, etwas darauf zu erläutern, da es gerade an der Eingangstür geklopft hatte. Normalerweise war der Gasthof um diese Zeit geschlossen, aber wenn ihre Vermutung stimmte, handelte es sich hierbei nicht um einen herkömmlichen Gast.

Sie eilte zur Tür.

„Cremia! Romani! Ich bin so froh, dass ihr es heute noch geschafft habt.“ Die beiden Freundinnen fielen sich in die Arme.

„Anju, ich bin so froh, dich zu sehen! Geht es dir gut?“

„Mir ging es nie besser. Kafei ist zwar momentan für den Postboten Briefe in den Dämmerwaldsümpfen austragen, aber morgen müsste er wieder zurück sein. Und dann feiern wir alle zusammen. Und wie geht es euch? Deine kleine Schwester ist ja schon wieder gewachsen, seit ich sie das letzte Mal gesehen habe.“

„Mit der Farm ist alles in Ordnung. Die Gorman Brüder passen darauf auf. Seit sie dabei ertappt wurden, für die Überfälle auf die Milchlieferungen verantwortlich zu sein, sind sie wie ausgewechselt, es ist unglaublich.“

„Das freut mich sehr... Aber sagt, wollt ihr nicht hereinkommen?“

Die drei Mädchen traten in die Gaststube und Anju nahm ihren beiden Gästen die Mäntel ab, um sie aufzuhängen. Dann kehrte sie zurück. „Wartet noch einen kurzen Moment, ich stelle eure Pferde in den Stall.“

Als auch dies getan war, führte sie die Mädchen zu ihrer Familie in die Stube, wo sie sich zur Runde gesellten.

Fragen und Erinnerungen wurden ausgetauscht, bis es Zeit war, schlafen zu gehen. Immerhin wartete ein weiterer Arbeitstag auf Anju.

Als sie am nächsten Morgen erwachte, hatte es noch einmal geschneit und weil es noch recht früh war, war die weiße Schicht kaum durch Fußspuren zerstört. Sie stellte fest, dass sie Schnee mochte. Natürlich war unpraktisch und kalt, aber er war einfach schön. Fast beneidete sie die Goronen im Norden auf dem Pic Hibernia, die fast das ganze Jahr Schnee hatten, aber auf der anderen Seite wäre er wohl schlecht für das Geschäft, wenn er das ganze Jahr läge.

Sie stand noch eine Weile verträumt und voller Vorfreude am Fenster, bis sie sich schließlich abwandte, um sich anzuziehen und mit ihrer Arbeit zu beginnen. Die Morgenstunden vergingen wie im Fluge und auch der Nachmittag kam recht schnell. Die ganze Zeit freute sie sich dabei auf die Rückkehr ihres Ehemannes, ohne den das Winterwendfest gar nicht beginnen konnte.

Die Stunden verstrichen, doch Kafei kam und kam nicht nach Hause und mit der Zeit wurde Anju immer unruhiger.

Gegen Abend beschloss sie den Postboten aufzusuchen, sich von diesem erhoffend, dass dieser möglicherweise etwas über seinen den Verbleib wissen konnte. Glücklicherweise war das Postamt nicht allzu weit von ihrem Gasthof entfernt und so zog sie sich rasch einen Mantel über und machte sich auf den Weg durch die verschneite und winterwendlich geschmückte Stadt. Auf dem Marktplatz vor dem Glockenturm richteten die Handwerker unter der Anleitung Mutohs und des Bürgermeisters gerade eine große Tanne auf. Anju hatte dafür wenig Sinn und ging schnell weiter.

Als sie das Postamt betrat wehte ihr der Geruch von Papier und Tinte entgegen. Der Postbote saß hinter seinem Schreibtisch und stempelte Briefe ab. Er bemerkte sie zunächst gar nicht und sah erst auf, als sie leise räusperte.

„Kann ich etwas für dich tun, Anju?“

„Ich mache mir Sorgen um meinen Mann Kafei. Er ist doch für Sie Briefe austragen und er ist nicht wieder zurückgekehrt. Wissen Sie irgendetwas?“

Der Postbote kratzte sich am Kinn.

„Das ist seltsam. Normalerweise ist Kafei immer recht zuverlässig. Er nimmt diese Arbeit wirklich sehr ernst. Er müsste eigentlich schon längst wieder da sein...“

„Das dachte ich ja auch. Normalerweise kommt er immer gegen Mittag nach Hause, wenn er Briefe in den Dämmerwald bringt. Ob er in einen Schneeeinbruch geraten ist?“

„Das könnte sein. Aber es hat ja gestern Nacht nur noch recht wenig geschneit.“

„Finden Sie? Die Straßen sahen wieder ganz unberührt aus.“

„Aber soviel Schnee ist nicht gefallen, Kind. Glaube mir, ich kenne mich damit aus. Schließlich muss ich ja auch bei Wind und Wetter Briefe austragen. Obwohl ich sagen muss, dass Kafei seine Arbeit wirklich tüchtig macht.“

„Glauben Sie, es ist ihm etwas zugestoßen?“

„Was soll ihm denn zustoßen? Die Ebenen von Termina sind wirklich friedlich geworden...“

„Sie haben ja Recht, aber Tatsache ist, er ist nicht zurückgekehrt und ich mache mir Sorgen.“

„Ich kann dich ja verstehen. Mir ginge es wahrscheinlich nicht anders. Aber vielleicht gibst du ihm noch einen Tag, immerhin könnte ihn das Wetter wirklich aufgehalten haben.“

„Ich werde daran denken, ich danke Ihnen.“

Auch am nächsten Tag kehrte Kafei nicht nach Hause zurück und mit jeder Minute die verstrich sorgte sich Anju mehr. Es stimmte schon, er hätte diesen gefährlichen Weg zu dieser Jahreszeit nicht begehen sollen, so kurz vor dem Winterwendfest, wie ihre Mutter nicht müde immer wieder zu betonen. Aber davon kam er auch nicht wieder nach Hause.

In allem was sie tat, wurde sie immer fahriger und unkonzentrierter und all die Dinge, über die sie sich noch so gefreut hatte, fühlten sich plötzlich leer und fahl an. Der Schnee wurde zu einer Bedrohung und der Schmuck zum Hohn ihrer Gefühle. Selbst Cremia vermochte sie nicht mehr zu trösten, dazu war die Sorge zu groß.

Der Weg zum Dämmerwald war weit und trotz der Versicherungen des Postboten konnte einem dort eine Menge zustoßen. Es war zum Verzweifeln...

Nach einer weiteren unruhigen und schlaflosen Nacht hatte Anju einen Entschluss gefasst: sie würde selbst aufbrechen und nach ihrem Mann sehen. Sie war mittlerweile fest davon überzeugt, dass es bei Kafeis Fernbleiben nicht mit rechten Dingen zuging.
Als die ersten Lichtstrahlen am Horizont erschienen, stand sie auf, packte hastig ein paar Vorräte und andere nützliche Dinge ein, zog sich besonders warm an und ging aus dem Zimmer.

Besonders leise, um ja niemanden aufzuwecken, schlich sie die Treppe hinunter. Gerade, als sie die Eingangstür aufschließen wollte, hörte sie Schritte hinter sich.

„Wusste ich es doch!“

Erschrocken drehte Anju sich um.

„Cremia! Was tust du denn hier?“

„Ich vermute dasselbe, wie du, Anju. In den Dämmerwald aufbrechen.“

„Ich.. ich verstehe nicht.“

„Tatsächlich nicht? Nun, ich dachte mir fast, dass du beschließen würdest ihn zu suchen. Ich bin schließlich nicht erst seit gestern deine beste Freundin. Es war dir förmlich anzusehen, wie du von Sorge zerfressen wirst. Es war nur eine Frage der Zeit, bis du aufbrechen würdest und ich schwor mir, bereit zu stehen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Nun, hier bin ich. Du wirst diese Reise nicht alleine unternehmen, solange ich noch ein Wörtchen mitzureden habe. Ein Verschollener reicht bereits, zwei Verschollene und das Fest ist gelaufen!“

„Ich danke dir für dein Mitgefühl, Cremia, aber glaube mir…“

„Keine Widerrede, entweder wir beide gehen, oder keine von uns. Romani ist bei deiner Mutter gut aufgehoben, ich brauche mich also nicht um sie zu sorgen – und wenn alles gut geht, so sind wir in drei oder vier Tagen wieder da. Also gerade pünktlich.“

„Ich schätze, dann habe ich in dieser Sache wohl kaum eine Wahl?“

„Ich fürchte, nein…“

„Danke, Cremia.“

„Keine Ursache…“

Gemeinsam verließen die beiden Mädchen den Gasthof, sattelten im Stall ihre Pferde und ritten los. Auch wenn sie ihre Pferde nicht zu besonderer Eile trieben, so gönnten sie sich dennoch keine Pausen. Der Weg war noch immer weit und das Wetter noch immer unberechenbar.

Mit jeder Meile, die sie zurücklegten, war Anju dankbarer ihre Freundin Cremia an ihrer Seite zu haben. Nicht, weil der Weg besonders gefährlich war oder zu werden drohte, sondern einfach nur, weil sie ihre Gesellschaft schätzte und jemand hatte, mit dem sie sich unterhalten konnte.

Sie rasteten kurz zur Mittagszeit, auch um den erschöpften Pferden eine Ruhepause zu gönnen und ritten dann fast ununterbrochen weiter. Tatsächlich erreichten sie mit Einbrechen der Abenddämmerung die ersten Ausläufer der modrigen Landschaft des Dämmerwaldes und stellten fest, dass es im feuchten Sumpfgebiet noch immer so warm war, dass der Schnee keine Chance hatte. Ein Argument mehr, das dafür sprach, dass Kafei nicht von Schnee hatte überrascht werden können, zumal sie auch auf dem Hinweg keine Spuren von ihm hatten entdecken können.

Da es nun für eine weitere Suche zu spät war, machten sie sich auf die Suche nach einem Nachtquartier, dabei den Wegweisern folgend, sie sie zum Informationscenter des Sumpfes führten. Trotz der auf den ersten Blick scheinbar völlig von Menschen unberührten Umgebung, waren die Pfade fest und sicher und gut ausgeschildert.

So dauerte es auch in der Tat nicht lange, bis sie das Informationscenter gefunden hatten. Sie banden ihre Pferde unten fest und kletterten die Leiter nach oben. Die Tür war nicht abgeschlossen, dennoch wunderte sich der Besitzer nicht minder, die beiden Mädchen zu sehen.

„Guten Abend, meine Damen, darf ich erfahren, was euch zu so später Stunde noch an einen solch unwirtlichen Ort führt?“

„Zwei Dinge“, entgegnete Anju erschöpft und Cremia fügte hinzu:
„Zum einen suchen wir ihren verschollenen Mann Kafei, zum anderen benötigen wir ein Nachtquartier und jemanden, der unseren Pferden Futter und Wasser zur Verfügung stellt...“

„Ich verstehe. Ich fürchte jedoch, die zweite Bitte wird einfacher zu erfüllen sein, als die erste.“

„Wie meinen Sie das?“, hakte Anju nach.

„Kafei, das ist doch der kleine Mann, der die Briefe bringt, der mit den lila Haaren?“

„Genau, das hört sich sehr nach meinem Mann an.“

Es fiel Anju schwer, die Hoffnung aus ihrer Stimme zu verbannen.
„War er nicht vor kurzem erst hier?“

„Doch, das schon, aber meines Wissens ist er vor drei Tagen bereits wieder von hier fort. Oder waren es zwei Tage? Verzeiht, aber hier ist jeder Tag wie der andere, es fällt manchmal schwer, sich genau zu erinnern.“

„Sagte er denn, wo er hinwollte?“

„Nicht direkt, aber ich vermute, dass er noch Koume und Kotake aufsuchen ging, die beiden Hexenschwestern, die etwas zurückgezogen im hinteren Teil des Sumpfes leben. Er erwähnte, auch Post für die beiden zu haben. Aber mehr weiß ich nicht…“

Die beiden Mädchen wechselten kurze, vielsagende Blicke.

„Das ist immerhin etwas“, ließ sich Cremia verlauten und Anju nickte.

„Aber jetzt ist es zu spät, dort hinauszugehen. Bei Nacht ist der Sumpf unberechenbar. Schlaft lieber erst einmal darüber und morgen früh sieht alles gleich ganz anders aus.“

Entgegen Anjus Impuls, sofort hinauszustürmen, entschied ihre Vernunft, dass der Besitzer des Informationscenters Recht hatte und so richtete sie sich mit Cremia ihr Nachtlager ein. Trotz der wenigen Besuchern, war das Gebäude offensichtlich auf Übernachtungsgäste eingestellt und so bekamen die beiden Mädchen durchaus bequeme Betten zur Verfügung gestellt, die dennoch nichts an der Tatsache änderten, dass Anju erneut kein Auge zutun konnte, dazu war sie viel zu aufgeregt. Kafei war zumindest hier im Sumpf gewesen, der Mann hatte ihn gesehen – und da nichts darauf hindeutete, dass er bereits den Heimwerk angetreten hatte, so bedeutete dies, dass er noch im Sumpf sein musste und das war immerhin ein Hoffnungsschimmer.

Erneut erwachte Anju in aller Frühe. Zwar war im schlammigen Dickicht des Sumpfes keine Morgendämmerung zu spüren, dennoch spürte sie, dass der Morgen graute. Cremia neben ihr schlief noch tief und fest. Kein Wunder, es war ja nicht ihr Ehemann, der verschollen war.

„Cremia“, flüsterte sie. „Cremia, wach auf!“

Verschlafen drehte sich ihre Freundin um.
„Was ist?“

„Es ist Morgen. Wir müssen Kafei suchen, bevor es zu spät ist.“

„Hmmmm…“

„Du hast darauf bestanden mitzukommen, also steh jetzt bitte auch auf!“

„Ist ja schon gut, du hast gewonnen…“

Als sie nach dem Anziehen ihre Schlafstätte verließen, stellten sie fest, dass ihr Gastgeber ebenfalls auf den Beinen war und ihnen bereits ein recht üppiges Frühstück gerichtet hatte.

„Guten Morgen, meine Damen. Ich dachte mir bereits, dass ihr recht früh aufbrechen wolltet und habe euch deshalb ein Frühstück bereitet, zudem habe ich eine Karte des Sumpfes auftreiben können, worauf ich euch den Weg zu Koume und Kotake markiert habe. Ihr Haus ist eigentlich nicht schwer zu finden, ein gut ausgebauter Pfad führt dorthin, aber sicherheitshalber ist eine Karte nicht das Schlechteste, dachte ich mir.“

„Danke schön“, sagte Anju und nahm die Karte mit Freude entgegen, bevor sie sich mit ihrer Freundin an das Frühstück machte. Erst da stellte sie fest, wie hungrig sie doch eigentlich war. Nach dem Frühstück ging es nun also los.

Der Mann aus dem Infocenter hatte Recht, es gab tatsächlich einen gut ausgebauten Pfad in Richtung des Hauses der Hexenschwestern, aber man musste dennoch aufpassen, nicht davon abzukommen. Überall lag Schilf und Röhricht und Zweige von Weiden und anderen Sumpfbäumen überragten den Weg. Trotzdem schien er im Vergleich recht oft benutzt zu werden, davon zeugten zahlreiche Fußspuren, auch die eines Pferdes.

„Kafei ist geritten, er reitet immer, wenn er die Post austrägt. Das bedeutet, er muss hier gewesen sein“, rief Anju, als sie das sah.

„Dann ist er aber ziemlich mutig, bei all dem Gestrüpp“, entgegnete Cremia, einen Zweig aus dem Weg schiebend.

„Aber du hast Recht, diese Spuren scheinen nicht sehr alt zu sein. Er war tatsächlich vor kurzem noch hier.“

„Was ihn wohl aufgehalten hat?“

„Vielleicht werden wir es bald erfahren?“

Es dauerte zwar noch eine Weile, aber schließlich tauchte das Haus der Hexenschwestern auf einer Lichtung auf. Es stand genauso erhöht, wie das Infocenter, aber es schien jemand zuhause zu sein, immerhin kam Rauch aus dem schiefen Schornstein. An der Eingangstür prangte ein großes Schild, auf dem „Offen“ stand. Trotz seiner bizarren Form wirkte das Gebäude nicht abschreckend, sodass Anju sich ein Herz fasste und als erste die Leiter hochkletterte.

Als sie schüchtern anklopfte, kam sofort ein krächzendes, aber nicht unfreundliches „Herein.“ Sie öffnete die Tür und entgegen wehte ihr ein süßlicher Geruch von allen möglichen Gebräuen. Der Innenraum selbst war in ein bläuliches Zwielicht getaucht. Nach einigen Augenblicken konnte sie hinter einem Tresen eine bucklige Gestalt mit großer Nase und großen Augen wahrnehmen, die in einem Kessel rührte.

„Was kann Koume heute für dich tun, Kindchen? Du siehst aus, als hättest du einen weiten Weg auf dich genommen, um hierher zu kommen.“

„Das stimmt. Mein Name ist Anju und das ist meine Freundin Cremia.“

Anju zeigte auf ihre Freundin, die den Raum einen kurzen Moment nach ihr betreten hatte.
„Ich bin auf der Suche nach meinem Mann Kafei, der hier im Dämmerwald Briefe austragen war und noch immer nicht zurückgekehrt ist."

„Ich hätte es an deinen Augen erkennen müssen, dass du denjenigen suchst, der versucht sein Schicksal zu ändern.“

„Schicksal? Ändern? Wovon sprichst du?“

„Der kleine Postbote, der Mann im Körper eines Kindes, er kam vor einigen Tagen hierher, gab uns unsere Post und bat uns, ihm zu helfen, seinen Fluch zu lösen. Er sagte, er hätte es bereits bei der großen Fee versucht, doch diese konnte ihm nicht helfen. Er sagte, dies sollte das Geschenk für seine Frau sein beim hiesigen Winterwendfest. Meine Schwester und ich wollten ihm natürlich dabei helfen und sagten ihm, dass er einen bestimmten Pilz in den Wäldern hinter unserem Haus suchen müsse, eine Herzmorchel. Dieser Pilz hilft, das Wahrhaftige zum Vorschein kommen zu lassen, er ist jedoch gut verborgen und nur für das Auge der Suchenden erkennbar. Wir hätten ihm also bei dieser Suche nicht helfen können. Wir warnten ihn und sagten, dass die Wälder unberechenbar seien und er auf der Hut sein müsse, aber er wollte nichts hören. Er fragte uns nach allem, was wir über die Herzmorchel wussten und brach dann auf. Seitdem ist er nicht mehr zurückgekehrt. Wir haben mehrmals versucht, ihn zu suchen, aber bisher ergebnislos. Die Wälder bergen ein Geheimnis und wen sie einmal verschlungen haben, den geben sie nur ungern wieder preis. Ich fürchte, dass er sich verletzt hat und sich nicht bewegen kann, aber wenn man ihm nicht bald hilft, wird er für immer ein Teil des Waldes werden. Vielleicht haben deine liebenden Augen dort mehr Glück, wo es meiner Schwester und mir versagt blieb.“

„Ich werde mein Glück auf alle Fälle versuchen“, entgegnete Anju entschlossen. „Ohne Kafei ist mein Leben nichts wert, ich muss ihn finden. Vielen Dank für die Hilfe.“

„Nicht so hastig, Kindchen. Lass mich dir wenigstens diesen Heiltrank mitgeben, mein berühmtes Rotes Elixier. Wenn er verletzt ist, musst du ihm dies geben, es wird ihm helfen. Seit meine Schwester damals in den Wäldern ebenfalls verschollen war, weiß ich, wie wichtig dieses Elixier ist. Nimm außerdem diese Pfeife mit, falls auch du in Schwierigkeiten gerätst, sie könnte sich als nützlich erweisen. Auch deinem Mann gab ich sie mit, aber er hat sie nicht benutzt.“

„Ich danke vielmals. Ich werde beides in Ehren halten.“

Anju verbeugte sich kurz und verließ dann mit Cremia gemeinsam das Hexenhäuschen. Vor der Tür machte Cremia ihrem Unmut Luft.

„Was ein leichtsinniger Kerl. Begibt sich wissentlich in Gefahr, nur um den Fluch aufzuheben. Er weiß doch, dass du ihn liebst, warum solche Heldentaten?“

„Ich vermute, er war einfach unglücklich. Ich nehme es ihm nicht übel, es ist schon ein hässlicher Fluch.“

„Aber hätte er dir nicht sagen können, wie er sich fühlt? Stattdessen verschwindet er einfach klammheimlich, mehr oder weniger bei Nacht und Nebel. Ihr hättet gemeinsam nach einer Lösung suchen können.“

Anju seufzte. „Ich stimme dir ja zu. Ich weiß er hat trotz allem sehr unter der Verwandlung gelitten und nichts unversucht gelassen sie aufzuheben, auch mir zuliebe. Ich stand ihm bei, so gut ich es konnte, aber nachdem ihm die Große Fee, noch immer geschwächt von Horror Kids Angriff, nicht helfen konnte, dachte ich, wir müssen uns einfach gedulden, bis sie sich erholt hat. Wie es aussieht hat er in der Zwischenzeit einen anderen Weg gefunden und wollte es bis zum Winterwendfest hinter sich bringen, um sowohl mich, als auch seine Familie zu überraschen.“

„Die Überraschung ist ihm gelungen. Aber ich verstehe seine Motive. Naja, was stehen wir noch hier herum. Suchen wir ihn.“

Als sie den Wald hinter dem Hexenhaus betraten, in dem Kafei verschollen war, war Anju erneut froh, Cremia an ihrer Seite zu haben. Der Wald war düster und unheimlich und sie hatte das Gefühl, als wollten die Bäume jeden Moment zum Leben erwachen und sie verschlingen. Zudem sahen die Pfade fast alle gleich aus, sodass Anju das Gefühl hatte, egal wo sie hinging, es würde sich gleich bleiben. Durch Cremias Gesellschaft wirkte all das jedoch gleich weniger gespenstisch und da es noch früh am Tage war, war es auch noch nicht allzu düster.

So begannen sie also die Suche nach Kafei in jenem dunklen Wald. Die Stunden strichen dahin und noch immer gab es keine Spur von ihm. Natürlich machte die Tatsache, dass fast alles gleich aussah, die Sache nur noch schwieriger. Es musste wohl um die Mittagsstunde gewesen sein, als sie zum ersten Mal rasteten und eine Verschnaufpause einlegten und sich auf einen umgestürzten Baumstumpf setzen.

„Ich weiß nicht, wie wir ihn in diesem Gestrüpp finden wollen.“

„Ich gebe zu, es ist schwierig, aber nicht unmöglich. Ich spüre, dass er hier ist. Ich kann es nicht erklären, aber ich spüre es.“

„Das glaube ich dir ja, Anju, aber du musst einräumen, der Wald ist unheimlich und groß.“

„Natürlich ist er das. Aber genauso weiß ich, dass ich weitermachen muss, bis ich ihn gefunden habe.“

„Das steht wohl außer Frage. Es tut mir Leid, davon angefangen haben. Kafeis Leben steht womöglich auf dem Spiel und ich lamentiere über den Wald.“

„Schon in Ordnung. Ich fühle mich genauso wie du, Cremia… Moment mal, hast du das gehört?“

„Nein, was denn?“

„Ich weiß nicht, es klang wie ein Wimmern, ganz leise und entfernt, aber ich bin mir sicher. Da war es eben wieder.“

„Jetzt habe ich es auch gehört.“

Die beiden Mädchen wechselten einen Blick und sprangen dann fast gleichzeitig auf.

„Kafei! Kafei! Kafei! Kannst du mich hören?“

„Anju, bist du das?“

„Ja, Kafei, ich bin es. Wo bist du?“

„Hier, ich bin hier!“

Sie liefen seiner Stimme hinterher und fanden ihn auch kurze Zeit später. Er lag auf dem Boden, sein rechtes Bein unter einem anderen umgestürzten Baum eingeklemmt und bereits von Pflanzen überwuchert. Er sah entkräftet und matt aus.

„Kafei!“

Voller Sorge stürzte Anju zu ihrem Mann und umarmte ihn innig.

„Ich habe mir solche Sorgen gemacht.“

„Das habe ich fast befürchtet“, entgegnete er trocken.

„Dabei ist doch alles in bester Ordnung mit mir, seht ihr das nicht?“

„Gar nichts sehe ich. Wie konntest du nur so leichtsinnig sein? Aber was rede ich, für Diskussionen ist jetzt nicht der rechte Zeitpunkt. Cremia, hilf mir, ihn von dem umgestürzten Baum zu befreien. Gemeinsam schaffen wir das bestimmt.“

„In Ordnung, Anju. Nimm du das vordere und ich das hintere Ende.“

Mit vereinten Kräften zerrten sie an dem Baum und hatten ihn nach einiger Anstrengung auch tatsächlich von Kafeis Bein entfernt. Danach holte Anju das rote Elixier hervor und gab es ihrem Mann zu trinken, dem es sichtlich gut tat. Er sah von Sekunde zu Sekunde besser aus und konnte schließlich sogar aufstehen.

„So, Kafei. Nun, nachdem du nicht mehr in unmittelbarer Gefahr schwebst, hätte ich doch gerne eine Antwort. Warum warst du so leichtsinnig und hast uns allen solche Sorgen beschert?“

„Ich habe es doch nur für dich getan, Anju. Ich wollte die Freude auf deinem Gesicht sehen, wenn ich als Mann vor dir gestanden hätte, statt als Kind. Es wäre mein schönstes Winterwendgeschenk gewesen.“

„Und dafür warst du so leichtsinnig? Was wäre gewesen, wenn wir dich nicht rechtzeitig gefunden hätten? Oh, Kafei, wie hast du dir das vorgestellt?“

„Ich muss zugeben, nicht damit gerechnet zu haben, dass etwas schiefläuft, doch dann griff mich dieses seltsame Wesen an und schleuderte mich an diesen Baum, der daraufhin umkippte. Ich verlor das Bewusstsein und erlangte es wohl erst viel später wieder, umrankt von diesen Pflanzen. Es gelang mir nicht, mich zu befreien und ich bekam es mit der Angst zu tun. Ehrlich gesagt hätte ich ebenfalls nicht gewusst, wie es weitergehen soll. Aber du hast mich ja gefunden, süße Anju. Ich glaube, das ist mein größtes Geschenk.“

„Oh Kafei.“ Sie umarmte ihn erneut voller Zuneigung. Mein schönstes Geschenk ist, dass es dir gut geht. Ich liebe dich doch, so wie du bist.“

„Daran habe ich auch nie gezweifelt. Dennoch, ich wollte dieses Jahr etwas besonders für dich haben. Immerhin ist es das erste Winterwendfest nach unserer Heirat. Es tut mir leid, dass es so schief lief.“

„So schief lief es ja auch nicht, wir haben dich ja immerhin gefunden…“

„Das stimmt allerdings. Außerdem…“, er kramte einen Pilz aus seinem Wams hervor, „gelang es mir, eine Herzmorchel ausfindig zu machen. Lass uns doch sehen, was die beiden Hexen daraus machen.“

„Ja, lass es uns herausfinden. Aber dann gehen wir nach Hause – morgen ist schon das Fest. Ich bin mir sicher, sie warten alle schon auf uns.“

„Wir werden rechtzeitig daheim sein, ich verspreche es dir.“

„Das will ich hoffen – ich habe immerhin die Stube mühevoll geschmückt und Plätzchen gebacken. Zudem hat es anständig geschneit. Es verspricht also ein stimmungsvolles Fest zu werden.“

„Es wird auch ein stimmungsvolles Fest werden, ganz sicher. Wir beeilen uns und sind bestimmt rechtzeitig daheim…“

Unruhig ging Anjus Mutter auf und ab. Zwar waren sie, Großmutter, der Bürgermeister, Madame Aroma und die kleine Romani in der Stube versammelt, aber richtige Feststimmung wollte nicht aufkommen. Dazu fehlten die wichtigsten Personen.

„Wer hätte gedacht, dass es so kommen würde? Das erste Jahr verheiratet und schon verschollen. Wenn nur alles gut gegangen ist.“

„Bestimmt ist es das“, ließ die kleine Romani hoffnungsvoll verlauten.

„Naja, vielleicht sollten wir allmählich doch mit der Bescherung beginnen“, warf Madame Aroma schüchtern ein, es ist schon spät.

Das Klopfen an der Tür ersparte Anjus Mutter eine Antwort und sie stürmte hinaus um zu öffnen.

„Anju! Kafei! Oh Kafei, du bist ja wieder ein stattlicher junger Mann und Cremia! Ihr seid alle wohlbehalten wieder zurück.“

„Das sind wir, Mutter.“

Glücklich fiel Anju ihrer Mutter um den Hals während Cremia und Kafei sich anlächelten.

„Kommt herein, wir haben schon auf euch gewartet. Was ist denn genau geschehen?“

„Das ist eine lange Geschichte. Jetzt wollen wir erst einmal feiern. Frohes Fest, Mutter, frohes Fest euch allen.“

„Frohes Fest.“

Ende


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